Zentrum für Therapeutisches Reiten Johannisberg e.V.
Zentrum für Therapeutisches Reiten Johannisberg e.V.

Hippotherapie

In der Hippotherapie führt ein erfahrener Pferdeführer das Pferd in der Gangart Schritt am Langzügel, die Physiotherapeutin gibt die entsprechenden Anweisungen und geht sichernd nebenher.

Die praktische Durchführung der Hippotherapie

Hippotherapie ist der medizinische Einsatz des Pferdes als Physiotherapie auf neuro­physiologischer Grundlage. Hippotherapie wird grund­sätzlich vom Arzt verordnet und von Physiotherapeuten mit der beruflichen Zusatzausbildung Hippo­therapie des DKThR (Deutsches Kuratorium für Therapeutisches Reiten e.V.) mit speziell dafür ausgebildeten Pferden und Pferdeführern durchgeführt.

Das Therapiepferd wird von einem Pferdeführer am Langzügel in der Gangart Schritt und auf genaue Anweisung des Physio­therapeuten geführt. Die Bewegung, der Körper und das Wesen des Pferdes fließen hierbei in den Behandlungserfolg ein. Auf den Patienten wirken therapeutisch besonders wertvolle dreidimensionale Schwingungs­impulse des Pferderückens sowie die Zentrifugal-, Beschleunigungs- und Bremskräfte. Das Pferd überträgt auf den Rumpf des aufrecht sitzenden Patienten etwa 90 bis 110 Schwin­gungs­impulse pro Minute, die fast identisch sind mit dem Bewegungs­ablauf des Gehens eines Erwachsenen.

Muskel­funktionen oder Bewegungsabläufe wie zum Beispiel das Gehen können so erhalten, verbessert oder wieder neu erlernt werden. Die Bewegung des Pferdes beeinflusst Gleichgewicht und Koordination, Rumpfaufrichtung und Rumpf­­­­kontrolle, sensomotorische Integration und auch die Psychomotorik durch gesteigerte Motivation.

Typische Indikationen der Hippotherapie sind neben der Multiplen Sklerose die Infantile Cerebralparese (ICP), Spina bifida, Hemiparesen, Schädelhirntraumen, Schlaganfälle, Querschnittssyndrome, Morbus Parkinson und andere neurologische Erkrankungen.

Die Wirksamkeit der Hippotherapie speziell bei Multipler Sklerose konnten wir in zwei Pilotstudien 2007 und 2009 nachweisen. Die Ziele der Hippotherapie bei der Behandlung von Multiple Sklerose Patienten beziehen sich speziell auf eine Verbesserung der Tonusregulation, Stimulation von Rumpfaufrichtung und Rumpfkontrolle, Aktivierung gangspezifischer Rumpf­reaktionen, Verbesserung der Körpersymmetrie, Verbesserung von Gleichgewicht und Koordination, funktionelle Mobilisation von Gelenken, Förderung der senso­motorischen Integration, Förderung von Motivation, Selbstwertgefühl, Konzentration und Kommunikation.

UnsereTherapiepferde  haben einen einwandfreien Charakter , sie sind menschen­bezogen, ausgeglichen, geduldig und nervenstark .  Wir verfügen über insgesamt neun Therapiepferde, so dass sich immer ein Therapiepferd findet, dass in Größe und Breite zum Patienten passt.

Der Bewegungsablauf unserer Therapiepferde ist taktrein und gut zu regulieren, um die Stärke der Schwingungsimpulse auf die Bedürfnisse des Patienten anpassen zu können.

Unsere Therapiepferde werden artgereicht gehalten und gefüttert, sie leben in hellen und luftigen Stallungen, haben täglichen Auslauf auf Wiesen oder Paddocks, Kontakt zu Artgenossen, sie bekommen qualitätvolles Futter und haben ausreichende Ruhezeiten.

Unsere Therapiepferde wurden von unsere Therapeuten sorgfältig ausgebildet. Vor der speziellen Ausbildung für den Einsatz in der Therapie steht eine solide reiterliche Grundausbildung nach den Grundsätzen der klassischen Reitlehre und der Skala der Ausbildung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung erhalten. In der Therapie wird das Pferd von hinten am Langzügel geführt, es bleibt beim Auf- und Absteigen des Patienten ruhig und gelassen stehen , bis der Patient in der korrekten Position sitzt. Das Therapiepferd reagiert ausschließlich auf die Signale des Pferdeführers und akzeptiert unwillkürliche Reaktionen des Patienten, wie zum Beispiel Spastik oder Lähmungen ohne Reaktion. 

Auch ein Therapiepferd bleibt ein Pferd und zeigt mitunter pferdetypisches Verhalten wie den Fluchtinstinkt. Unsere Therapeuten und Pferdeführer verfügen über ausreichend Erfahrung , um Gefahrensituationen möglichst zu antizipieren und schnell zu entschärfen.

Das Therapiepferd braucht zum Ausgleich zu seinem Einsatz in der Therapie tägliche „Ausgleichsarbeit“. Dies besteht im täglichen Reiten in Dressur, Springen und Gelände, in Bodenarbeit und Spaziergängen.

Die Ausrüstung: Das Pferd ist in der Hippotherapie mit einer Trense, Langzügeln, eventuell einem Hilfszügel, einer Decke oder einem „Pad“ und einem Therapiegurt ausgestattet. Der Therapiegurt kann einen oder zwei Griffe zum Festhalten haben. Der Therapeut entscheidet, ob es für den Therapieerfolg möglicherweise von Vorteil ist, das Pferd mit einem Sattel oder mit Steigbügeln auszurüsten.

Der Therapeut ist immer Physiotherapeut mit der Zusatzqualifikation Hippotherapie (DKThR). Er kümmert sich während der Hippotherapie ausschließlich um den Patienten, gibt dem Pferdeführer Anweisungen für die konkrete Durchführung der Hippotherapie und dem Patienten Anweisungen für das Verhalten auf dem Pferd. Er sichert den Patienten, indem er ständig in Höhe des Patienten neben dem Pferd hergeht.

Der Pferdeführer verfügt über ausreichende Erfahrung und Sicherheit im Umgang mit Pferden.

Hier finden Sie uns:

Zentrum für Therapeutisches Reiten Johannisberg e.V.
Johannisberg 1
53578 Windhagen

 

Telefon: 02645 970775

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